Cropfaktor schlägt Vollformat – vom Kleinbild zu MFT

flaneur21

Aktuell finde ich relativ viele Artikel in denen Landschafts- und Naturfotografen erklären, warum sie von Kleinbild (werbemäßig Vollformat genannt) als Sensorgröße zu MFT Micro Four Thirds gewechselt sind.

Das ist für mich auch sehr gut nachvollziehbar:

  • Der Vorteil bei MFT sind die schnellen, scharfen Fotos und die größere Schärfentiefe bei gleichzeitig wesentlich geringerem Gewicht des Equipment trotz sehr guter Optiken
  • Der Nachteil von MFT ist im Nahbereich die geringere Freistellung vor dem Hintergrund. Diese hebt sich aber bei weiteren Entfernungen so gut wie auf

Wer gerne Porträts mit wenig Schärfentiefe macht, nutzt lieber größere Sensoren. Heute relativiert sich das natürlich weil es neben den Möglichkeiten des Sensors auch noch das subjektive Empfinden der Zuschauer gibt, die auf ein Foto blicken, weil auch das Bokeh noch hinzukommt.

Bei Traumflieger.de gibt es einen sehr schönen Artikel mit Schärfentiefe in Beispielen für Kleinbild, APS-C und MFT.

Der Cropfaktor ist bis heute ein eher schwer verständliches Wesen.

Weil es zudem noch das Verhältnis von Schärfentiefe und Tiefenschärfe gibt, gibt es eine gute Regel, wenn man von Kleinbild auf APS-C und umgekehrt umrechnen will:

„Man kann nun die Blendenzahl ebenfalls mit dem Crop-Faktor verrechnen, um auf eine vergleichbare Tiefenschärfe zu kommen. Beispiel: APS-C: 75 mm und f/4 entspricht einem Bild in Vollformat mit 112,5 mm Brennweite und f/6.“

Das ist eine Umrechnung mit dem Cropfaktor von 1,5. Bei MFT wäre es ein Cropfaktor von 2.

Umgedreht sind 35mm F1.4 im APS-C Sensor dann ungefähr 53mm F2 im Kleinbild bzw. Vollformat.

Das Kleinbild spielt also seine „Vorteile“ – wenn man sie denn braucht – nur in Dimensionen aus, die nur noch einen Hauch von Schärfe zeigen ab F1.4 oder F1.2.

Kleinbild und Mittelformat sind eigentlich eher sinnvoll im Studio, wenn man Zeit genug hat, um diese klitzekleine Schärfeebene zu zeigen oder besonders beliebt erscheint mir das Nippelspiel bei Aktfotos, die den Hauch von Schärfe auf die Brustnippel legen und dann alles andere in einem Hauch von Unschärfe versinken lassen. Insofern hat das Spiel mit Schärfentiefe und Tiefenschärfe bei Kleinbild und Mittelformat hier sicherlich noch lebenslang immer wieder ihre Nachfrage.

Aber für Streetfotografie, urbane Fotografie, Naturfotografie und vieles mehr sind kleinere Sensoren als Kleinbildsensoren heute die eigentlich bessere Wahl.

 

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