In ihrem Artikel „A modern day flaneur“ schreibt Jennifer Cloutier über die Flaneuse / den Flaneur heute und früher. Es ist ein sehr interessanter und inspirierender Artikel, der zeigt, wie Menschen heute versuchen, sich mit Hilfe der Fotografie abzugrenzen und einzugrenzen.

Man ist unterwegs.

Peko Chiu und Jee Hee Lim sind in ihrem Blog beim Flanieren in Hongkong unterwegs.

Ihre sehr schöne Aufarbeitung verschiedener Bücher zum Thema Flanieren zeigt einiges von dem, was das Flanieren und Fotografieren heute ausmacht. Es ist vor allem ohne Auftrag und ergibt sich aus dem unterwegs sein.

Und dann gibt es den Flaneur in den Datennetzen. Florian Rötzer schreibt darüber „Der Netzflaneur hat den Vorteil, sich in keiner Weise mehr preisgeben zu müssen…“ Und so begegnen wir diesen versteckten Menschen an verschiedenen Stellen im Netz. Manche streifen mit Neugier durch die Netze, andere versuchen ihren Neid als köttelige Kommentare abzulassen. Deshalb gibt es den Papierkorb.

Die wichtigste Methode des Flaneurs ist aber eigentlich draussen spazieren zu gehen. So erfährt er sich in der Konfrontation mit der Welt und lernt dabei in der Begegnung die eigene Identität durch Abgrenzung besser kennen und verstehen.

Und dann geht es um die Aneignung der Wirklichkeit. Wo ist der Flaneur verortet zwischen „Ohne Dinge bin ich nicht weniger“ und „Ohne Haben kein Sein“?

Identität setzt Abgrenzung voraus und zugleich braucht man haben,  um zu sein.

Braucht der Flaneur eine Kamera, seine Kamera? Braucht der Flaneur das Flanieren, um mit der Kamera zu sein?

Dazu gibt es sehr interessante Meinungen.

Ist das Flanieren Ausdruck von Freiheit?

Frei, Flanieren, Fotografieren …

Die Figur des Flaneurs ist bis heute als Denkmittel Ausdruck der Verortung und Selbstbestimmung. Es ist eine Figur der Moderne, soweit wir das heute beurteilen können und es ist eine Figur, die mit der Fotografie ihren Weg beginnt.

Flanieren heute ist auch Fotografieren heute.

Unterwegs Ssein …

 

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