Im Bild gedacht

flaneur21

Schopenhauer hat die Vernunft vom Fahrersitz auf den Beifahrersitz gesetzt:

„Im Allgemeinen freilich haben die Weisen aller Zeiten immer das Selbe gesagt, und die Thoren, d. h. die unermeßliche Majorität aller Zeiten, haben immer das Selbe, nämlich das Gegentheil, gethan: und so wird es denn auch ferner bleiben.

Darum sagt Voltaire: Wir werden diese Welt ebenso dumm und schlecht zurücklassen, wie wir sie bei unserer Ankunft vorgefunden haben.“

Dieses Bild habe ich zusehends im Kopf. Die vielen Jahre des Bloggens und der Aufklärung haben im Grunde nichts bewirkt außer mir meine Lebenszeit zu nehmen obwohl eine Zeit voller Hoffnung nie verloren ist.

Ich habe gelernt, daß die Menschen eben nicht so vernünftig sind und vorweg planen. Stattdessen fallen sie auf Werbung rein und Konsumversprechen, wenn sie überhaupt selber denken.

Die Vernunft regiert nicht sondern die Gier und die fährt nach ihrem eigenen Plan. Das hat was mit Armut zu tun, soziale Marktwirtschaft sah anders aus, aber die war vor Schröder und Merkel.

Es gibt in diesem Land nicht mal mehr auskömmliche Renten trotz jahrzehntelanger Arbeit, vom Sozialbetrug bei Betriebsrenten und Niedriglöhnen bei moderner Sklaverei ganz zu schweigen, dank der SPD und der Grünen, die die kleinen Leute verraten haben. CDU und FDP waren immer die Vertreter der Reichen und Skrupellosen. Dass ausgerechnet die kleinen Leute von ihrer eigenen Partei verraten wurden, hatte auch ich nicht erwartet.

Drumherum um Deutschland ist es besser, um nur die Niederlande, Luxemburg und Österreich zu nennen.

Ich denke in Bildern und sehe so viele vor mir, die ich in den letzten Jahren aufgenommen habe, die Bände über wachsende Armut und wachsenden Reichtum sprechen.

Aber niemand reagiert. Stattdessen erleben wir wie das Parlament die Demokratie aushöhlt und die Gier sich sattfressen darf.

Die Schweiz hat Volksabstimmungen und eine Volksarmee, um für Sicherheit rund um die Demokratie zu sorgen. In Deutschland wird dies verhindert oder abgeschafft und den kleinen Leuten wird die soziale Sicherheit genommen und durch Sozialkontrollen ersetzt.

Schopenhauer hat dies gut erkannt und in seine Worte gebannt.

Man sollte auf sie hören!

Ich mache hier erst weiter, wenn ich ein neues Bild im Kopf habe.

 

5 thoughts on “Im Bild gedacht

  1. Ich stimme Dir voll und ganz zu! Nur bei der Volksabstimmung habe ich so meine Zweifel. Kommt da immer das Gescheiteste bei raus? Man muss an der Natur des Menschen zweifeln! Es fehlt ein starkes Gen für Solidarität! Ideologien, die Gleichheit als Programm hatten, sind überall gescheitert, schau etwa nach Cuba. Wie kann man den Zustand des absoluten Egoismus gerade heute ändern? Ich weiß keinen anderen Weg, als beständig daran zu arbeiten, dass die Dummheit abnimmt. Am demokratischen Gedanken habe ich auch so langsam meine Zweifel, wenn Diktatoren ihn pervertieren.
    Der unvergessene Dieter Hildebrand hat einmal gesagt, als er in die Zuschauermenge einer Veranstaltung der Cindy aus Marzahn geblickt habe:“ Und die dürfen alle wählen!“
    Die Menschen werden erst solidarischer, wenn es ihnen schlecht geht!
    Übrigens, hast Du das Dossier in der letzten Zeit gelesen? Wenn nicht, solltest Du das schleunigst nachholen und alle anderen, die das, was ich gerade schreibe, lesen. Da kann man ermessen, wer demnächst das absolute Sagen hat, wenn der Armin Bundeskanzler wird!
    Aber, nicht verzagen, die Hoffnung stirbt zuletzt!

    Volker

  2. Zu dem, was ich oben geschrieben habe, möchte ich noch etwas ergänzen. Der Dichter Gottfried Benn hat in seinem Gedicht „Dennoch die Schwerter halten“ in der letzten Strophe geschrieben –

    und heißt dann: schweigen und walten,
    wissend, daß sie zerfällt,
    dennoch die Schwerter halten
    vor die Stunde der Welt.

    Nicht nur schweigen, auch walten, und Schwerter sollen gehalten werden. Also Mut!

    Volker

  3. Mir gehen zu deinen Gedanken ein paar völlig andere Bilder durch den Kopf. Ist es nicht möglich, dass die Weisen als solche wahrgenommen werden, weil sie sich als Weise empfinden? Oder liegt es daran, dass sie sich lediglich äußern, und ebenso weise Leute sind unter denen, die das nicht tun? Das würde zumindest mit dem schrägen Ansatz Schluß machen, dass die Welt dumm sei, und die Weisen sie besser machen könnten. Schwer tue ich mich mit diesem missionarischen Konzept im Sinne der Weisheit.
    Geht es nicht viel mehr darum, im Erwachsenwerden eine Verantwortung für das eigene Handeln zu entwickeln, und dieses dann einfach zu tun? Sobald damit Erwartungen verknüpft werden, die sich auf abgeänderte Handlungen Dritter beziehen, wird das kompliziert. Ich denke, man darf sich seines Stils sicher sein, auch ohne die Unterscheidung weise-nicht weise darin in die Welt zu tragen. Denn darin steckt auch die Schublade richtig-falsch. Darum gehts aber so gut wie nie. Wer in meinem/deinem/unseren, oder sonst wessen Verhalten etwas findet, dass ihn/sie anregt, interessiert, oder motiviert, sich selbst zu beschauen und ggf. den Kurs zu korrigieren, der kommt auch ohne die Erwartungen der Weisen prima klar, wie ich finde.
    Deinen Schwenk ins Politische kann ich gut nachempfinden. Eine Lösung habe ich nicht dafür, außer eigenes Verhalten, eigene Entscheidungen anzupassen. Wenn wir an bestimmten Umständen absolut nichts ändern können, bleibt nur, die eigene Einstellung dazu zu überprüfen, ggf anzupassen. Zu erwarten, das kaum Änderbare möge sich doch bitte ändern, läßt einen mit der Zeit verbittern. Doch so sind wir Menschen nicht gemeint.

    Auf deine neuen Bilder freue ich mich schon… 😉

    Herzlich, Dirk

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