Smartformat statt Vollformat – das neue Kleinbild?

flaneur21

Das Huawei sprang aus dem Ei und mit Vollformat war es vorbei?

Für ca. 1200 gibt es z.B. eine Nikon Z5 mit 24-50mm Objektiv oder ein Huawei P50 Pro.

Hier ist nun genau die Grenze zwischen der neuen und der alten Welt in der Kameraphilosophie.

Die 1000 Euro Frage war früher eine Kamerafrage. Mit 1000 Euro Straßenpreis kam man in die Gruppe der Kleinbildfotografen in digitalen Zeiten.

Heute sind natürlich nach oben fast keine Grenzen.

Interessanterweise spielt zunehmend auf allen Feldern Leica mit.

Einerseits haben sie die Leica M ganz oben am finanziellen Wegesrand aber jetzt sind sie auch in Spitzenhandys vertreten wie im Leitz Phone 1 und Huawei P50 Pro.

Sie zeigen sich flexibel und überwinden so Grenzen.

Im Huawei P50 pro ist auch der monochrome Sensor zurück.

Inwiefern damit  eine Leica Monochrom Kompaktkamera wie im P9 möglich ist, kann ich aber nicht beurteilen.

Doch die Bildqualität wird sicherlich vergleichbar sein zwischen dem Huawei P50 pro in der Hauptkamera und der Nikon Z5. Ich habe leider noch keinen Vergleich im Netz gefunden.

Jetzt kommt es eigentlich nur noch auf die soziale Gebrauchsweise der BenutzerInnen an: wofür will ich und wofür brauche ich welche Kamera?

Klein und leicht macht die Entscheidung einfach, aber welche Vorteile hat dann noch das Vollformat/Kleinbild?

Ich glaube nicht an den Tod des Vollformats.

Ich glaube an langsames Aussterben. Wenn immer mehr neue Technik in neuartigen Geräten produziert wird, dann werden immer weniger Geräte in alter Technik produziert. Dies führt zu einer Zunahme neuer Geräte und einer Abnahme alter Geräte.

In digitalen Zeiten ist die Lebensdauer von elektronischen Suchern und Monitoren ebenso wie von Sensoren begrenzt, zumal es eine Zeit gab als die Obsoleszenz eingebaut war. So verschwinden dann langsam alte Geräte und das Neue hat gewonnen.

Aber das wird dauern.

Warum auch nicht?

Lebt der Fotomarkt letztlich nicht von den Amateuren?

Die kaufen sich keine Canon für 5000 Euro oder noch mehr.

Ausnahme ist Leica als Sammlermarke aber nur bei der Leica M.

Denn unterhalb ist mit der Leica SL Reihe eine interessante Vollformatkamera erschienen, die kaufbar ist und von Profis gekauft wird – aber eben fast auch nur von denen, um damit Geld zu verdienen.

Panasonic hat zwar auch das SL-Bajonett und ist viel günstiger aber die Vollformat-Kameras sehen ja so langweilig aus, daß sie Individualisten eher nicht zum Umstieg reizen.

Echte Amateure wollen Form und Design statt Kameras, die rein funktionell aussehen.

Hätte Panasonic eine Lumix GX8/9 für 1500 bis 2000 Euro als Vollformatkamera, käme ich ins Grübeln….

Ob das passieren wird?

Beim Smartphone ist es wieder anders.

Ich saß vor einigen Wochen mit einem guten Freund im Cafe. Er zückte sein Iphone 13 Pro Max und machte ein Portrait von mir.

Wir sahen das Foto und sahen dann, wie es verschönernd im Iphone vollendet wurde.

Mal eben aus der Hand.

So schön freigestellt mit funkelnden Augen und natürlich aussehender Haut und gut ausgeleuchtet hat mich noch nie jemand in drei Sekunden fotografiert.

Mein Freund wollte noch vor einem Jahr eine Vollformatkamera.

Das ist nun komplett vorbei. Bei der Diskussion darüber gab es für ihn keinen Grund mehr für eine solche Kamera.

Im Gegenteil.

Als er später in Berchtesgarden war, schickte er mir Landschaftsfotos vom Iphone.

Was soll da eine Vollformatkamera noch bringen, zumal die Fotos auf Monitoren angesehen werden und die Ausrüstung ja auch noch getragen werden müßte?

Ein Blick auf Flickr zeigt mir wieso…

Aus meiner Sicht kann heute jeder nach seiner Fasson fotografisch selig werden.

Aber ich würde als Kamerahersteller mehr Design einfließen lassen, um meine Produkte visuell schmackhafter zu machen.

Die Nischen im Markt werden größer aber der Markt wird kleiner.

Und die Ansprüche feiner.

Was spricht gegen eine Vollformatkamera mit Kleinbildsensor, wenn sie fein vom Design und bezahlbar ist?

Nichts.

 

 

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