Zwischen Optimum und Maximum oder warum ich manuell lieber mit F1.8 als mit F1.2 detailliert fotografiere

flaneur21

Gestern war ich wieder mal mit einer MFT Kamera und einem manuellen Objektiv unterwegs. Dabei entstand dieses Foto:

Es gefällt mir nicht. Sehen Sie die weichen Ränder am Rand der Petunie? Ich habe es mit dem 7artisans 35mm F1.2 aufgenommen. Die Blende F1.2 bietet zu wenig Ausdehnung der Schärfeebene. Das Objektiv ist sehr lichtstark und wenn ich abblende, wird es auch besser. Aber zum alltäglichen manuellen Malen mit Licht ist diese Blende nicht meine erste Wahl. Die Blende F1.7 oder F1.8 ist mir da lieber.

Dies möchte ich mit demselben Objektiv an einem anderen Motiv demonstrieren.

1 Hier versinken die Blüten bei F1.2 in der Unschärfe:

2 Hier gefällt mit das Foto richtig gut, weil bei ca. F1.8 die gesamte Blüte im Vordergrund vom Hintergrund getrennt ist und der Hintergrund als cremige Fläche den Vordergrund betont:

3 Das Foto gefällt mir auch nicht, weil der Hintergrund bei F4 fast ebenso scharf wie der Vordergrund ist:

Insofern ist das sehr lichtstarke Objektiv zwar eine lichtstarke Entscheidung aber für die meisten Situationen F1.2 vielleicht doch nicht die erste Wahl.

Wie man hier lesen kann, bin ich mittlerweile dabei, mehr mein altes und sehr altes Equipment fasziniert wieder zu nutzen, weil ich mittlerweile zweckfrei aber lustvoll fotografiere.

Die Fotos sind mit der Lumix GX7 fotografiert worden, eine bis heute wunderbare Kamera.

Die Motivlage ergibt sich aus den sozialen Umständen.

Ich habe einfach keine Lust Streetfotografie im Sinne der Dokumentation selbstgenähter Masken und von Sicherheitsabständen zu fotografieren. Das überlasse ich gerne anderen.

Mich führt der Abstand immer mehr zurück zum Alten und der gerade erwachten Natur, soweit sie noch zu sehen ist.

Ich denke der Rückzug ist jetzt eingeleitet. Eskapismus ist Escape und das hat gute und schlechte Seiten. Der Blick auf die Blumen gibt mir viel – aber mehr am Monitor als an der Blume, weil die Blüten da so klein sind, dass ich die ganze Schönheit erst am Monitor erfassen kann.

Die Voraussetzung für schöne digitale Fotos ist also die Pflege der Natur.

Na also!

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