Wenn Maschinen fotografieren und Warentester Waren testen – die neue soziale Suppenküche

flaneur21

Ein Tag voller Regen und eine freie Internetverbindung machte aus mir einen digitalen Flaneur. Und ich fand ein paar Infos rund um das Fotografieren, die ich mir hier notiere und kommentiere.

  1. Der neue Kollege heißt KI – auf Englisch auch AI – und leitet überall die neue „Migrationswelle“ ein – Maschinenmigration. Denn Passfotos kommen wohl zukünftig nur noch aus dem Automaten. Weil man mit KI Menschen so aussehen lassen kann, dass da mehrere mit einem Pass reisen können, wird nun mit Automatenintelligenz dagegen fotografiert. Das Ersetzen von Menschenarbeit durch Maschinenarbeit kennt man in der Industrie schon lange. Jetzt kommt es im Fotografen-Handwerk an. Am Anfang der Industrialisierung gab es Maschinenstürmer. Ich bin gespannt ob die Fotografen dann die Automaten erschlagen…..
  2. Wegen der Klima-Bilanz gibt es jetzt die erste Ausgabe der Vogue in Italien ohne Fotos: „Für Fotoaufnahmen fliegen Models und Produktionsteams üblicherweise an entlegene Ecken der Welt. Das kostet viel Geld und treibt den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 durch Flugzeuge nach oben. Müll vom Catering, Dutzende Flüge und Zugfahrten, Autos für die Produktion, mindestens zehn Stunden brennende Scheinwerfer: All dies habe es für die jetzige Ausgabe nicht gegeben, erklärte Emanuele Farneti, Direktor der „Vogue Italia“.“ Als ob Italien nicht genug schöne Orte hätte, manche sind schon ausgestorben … Und damit sind wir in Deutschland. Wolfang Tillmans hat es doch vorgemacht. Setzt die Models im Frühling in der neuen Kollektion einfach in ein paar Bäume und der Kunstmarkt wird sich nach euch die Finger lecken …
  3. Nun komme ich zu Apple. Das Iphone 11 Pro Max hat die beste Kameraleistung aller Smartphones auf dem Markt laut Warentest: „Das iPhone 11 Pro Max (ab 1 250 Euro) ist das beste Apple-Handy, das wir je in den Händen hatten. Es punktet mit einem hervorragenden Display, einem starken Akku und vor allem der besten Kamera­leistung auf dem gesamten Smartphone-Markt. Hier macht sich bezahlt, dass Apple erst­mals drei Objektive in die Rück­seite einge­baut hat. Der neue Night Mode sorgt nun auch im Dunklen für über­zeugende Bild­qualität. “
    Dazu fällt mir spontan ein:

    1. Die Mehrfachbelichtung, um daraus ein Foto zusammenzurechnen, gibt es schon einige Jahre in Digitalkameras.
    2. Monochrome Fotos im JPG Format sind in Huawei Handys, die noch den monochromen Sensor haben, besser.
    3. Und RAW scheint auch keine Rolle im Test gespielt zu haben.
    4. Dafür aber der berühmte Falltest. 100 mal lassen sie ein Handy aus 80 cm runterfallen, simuliert in einer Trommel und ohne Schutzhülle. Wer ein Handy ohne Schutzhülle mit sich rumträgt oder sogar noch hinten in der Hosentasche, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. Aber vielleicht sollten auch alle Digitalkameras 100 mal aus 80 cm Höhe runterfallen ohne Schutzhülle und alle die, die kaputt sind, fallen aus der Wertung – auf gut Deutsch erschließt sich mir manches Testverfahren so einfach nicht mehr, weil Smartphones heute Hightech Computer sind und keine Plastikhandys zum Klappen und einfach Telefonieren. Da kann man geteilter Meinung sein. Trotz meiner Affinität für Iphones finde ich diese Bewertung etwas seltsam. Aber umgekehrt zeigt dies auch, wer mehr beim Fotografieren will, muß das Smartphone in der Tasche lassen.
    5. Damit komme ich zum Model Posing. Zunächst wäre ja nach dem Weltbild zu fragen und dann ist man ja dazu übergegangen, dies komplett zu standardisieren. Suchmaschinen bringen da Erstaunliches zu Tage. Und dann gibt es die KI, die künstliche Intelligenz, also das Einspeisen dieser Posen durch das Aufzeichnen von Bewegungen in Datenbanken, die dieses Wissen dann abrufbar machen – und Fotografen überflüssig? Als die Photokina noch ein paar Jahre jünger war zeigte man dort Roboter mit Kameras, die Produktfotos von allen Seiten machten – besser und schneller als jeder Fotograf. Mich erinnert das Posen sehr daran.

Was mache ich nun mit diesen fotografischen Notizen?

Man könnte vermuten, es kommt nun noch mehr auf das Soziale in den social media an. Sozialkontakte oder kennen statt können oder überleben im Schwarm?

Es wäre sehr reizvoll, diese Entwicklungen alle zu fotografieren, denn das ist ein Teilgebiet sozialer Fotografie.

Aber soziale Fotografie, die die sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie – zunehmend auch ohne Menschen – fotografiert, wird natürlich nach meiner Kenntnis nicht bezahlt.

Wer soll dich dafür bezahlen, daß du Maschinen fotografierst, die Menschen oder statt Menschen fotografieren?

Wie ich immer wieder formuliere

Das Soziale ist unser Schicksal und das Asoziale unsere Herausforderung!

Mit diesen Notizen aus dem Netz beim digitalen Flanieren schliesse ich nun meine heutigen Betrachtungen ab und ende mit einer Bemerkung zum Artikelfoto. Sie sehen den Markt in Remscheid heute morgen mit Nässe, Kälte und Nebel. Das war die Wirklichkeit und links am Stand gab es leckeren Kuchen.

Bis dann!

 

 

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